Freisprechung der Hörakustiker in Lübeck am 6. Juli 2019

 
Auf Einladung der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR (biha) hielt Ulrich Hase anlässlich der Freisprechung von 750 Akustikern vor über 1000 Menschen in der Lübecker Musik- und Kongresshalle die Festrede. Er vertrat sowohl das Land Schleswig-Holstein als Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen als auch die Deutsche Gesellschaft der Hörbehinderten – Selbsthilfe und Fachverbände e.V., deren Bundesvorsitzender Hase ist. Die biha ist seit 2013 Mitglied der Deutschen Gesellschaft.
In seiner Rede gratulierte Hase den Absolventen zur bestandenen Prüfung und betonte: „Sie haben einen großartigen Beruf mit Zukunft gewählt.“

Darüber hinaus ging er auf besondere Herausforderungen des Berufsstands der Hörakustiker ein:
Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen bedeute auch für die Hörakustiker die Wichtigkeit des Einsatzes für Barrierefreiheit , nicht nur in den Geschäftsräumen, sondern auch im öffentlichen Bereich, z.B. zur Installation von Konferenzanlagen. Außerdem verpflichte die Konvention die Akustiker zu einer Grundhaltung der Offenheit gegenüber Minderheiten. Mit Bezug auf die Mitgliedschaft der biha in der Deutschen Gesellschaft hob er hervor, dass professionelle Arbeit und Selbsthilfe untrennbar zusammen gehören und forderte dazu auf, auch vor Ort die Zusammenarbeit mit Gruppen der Selbsthilfe zu suchen.
Gerade im Bereich der Hörgerätetechnik würden technische Innovationen enorm zunehmen. Hier ging Hase auf vielfältige Entwicklungen ein, zum Beispiel auf Hörgeräte, die zukünftig in verschiedene Sprachen übersetzen werden. Das Hörgerät sei auf dem besten Wege, ein Lifestyle-Produkt zu werden. Er gratulierte auch dazu, dass ganz aktuell eine Umfrage der gesetzlichen Krankenkassen veröffentlicht worden ist, aus der eine über 90prozentige große Zufriedenheit der hörgeschädigten Kundinnen und Kunden deutlich wird. Hase mahnte jedoch, dass nicht alle hörgeschädigten Menschen gleichermaßen von den technischen Fortschritten profitieren. Immer noch sei der Eintritt einer Hörschädigung ein kritisches Lebensereignis, das bewältigt werden müsse. Deshalb sei es auch für Hörakustiker wichtig, stets mit Empathie und in der Akzeptanz von Grenzen mit hörgeschädigten Menschen umzugehen.
Die Rede von Ulrich Hase erhielt während dieser großartigen Veranstaltung viel Applaus.

Fotos (c) von Olaf Malzahn, biha

Ulrich Hase während seiner Rede

 Ulrich Hase und der Hauptgeschäftsführer der biha, Jakob Stephan Baschab (links